Was uns wichtig ist

Autonomie

Wir halten unsere Überschaubarkeit für eine atmosphärische Komponente, die sich positiv auf den Verlauf und das Ergebnis von individuellen Therapieprozessen auswirkt. Daher sind wir strategisch darauf ausgerichtet, unsere „Kleinheit“ zu bewahren, beziehungsweise,sofern das nicht möglich sein sollte, relevante atmosphärische Aspekte in einen größeren Rahmen zu transferieren.

In Anerkennung der Autonomie von Menschen verzichten wir auf das Primat von Kontrolle unserer Rehabilitandinnen und Rehabilitanden zugunsten der Förderung und Forderung von Selbstverantwortung.

Wir wissen, dass unsere Rehabilitandinnen und Rehabilitanden erhebliche Probleme haben, welche die Grundlage für ihr Suchtverhalten darstellen. Allerdings sind wir der Meinung, dass sie ihre Probleme nicht durch den Fokus auf Defizite überwinden werden, sondern nur über die Schaffung des Zugangs zu ihren Ressourcen.

Gender

Unsere Aufmerksamkeit gilt in den nächsten Jahren insbesondere der gendergerechten Rehabilitation, um die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden für die eigene – und andere – geschlechtsspezifische Identitäten zu sensibilisieren. Wir wissen um die geschlechterdifferenten Erfahrungen, Realitäten und Ressourcen von Frauen und Männern. In der Praxis bedeutet dies, dass wir im Schutzrahmen der Entwöhnungs-Behandlung ausschließlich Männern behandeln, um eine Konzentration auf die entwöhnungsspezifischen Themen zu ermöglichen. Männerreflektierende Suchtarbeit lässt sich damit angemessen sicherstellen.

Im realitätsnäheren Erprobungsrahmen der Adaption und des Betreuten Wohnens lassen sich unterschiedliche Lebensstile hingegen besser beurteilen und integrieren – hier behandeln wir Frauen und Männer. Entscheidend ist, dass wir sämtliche Angebote darauf hin prüfen, ob sie den geschlechter-relevanten Besonderheiten gerecht werden. Dies umfasst auch, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihre eigene Rolle und das eigene Handeln insbesondere im Hinblick auf Gegengeschlechtlichkeit sensibilisiert sind.